Ein gutes und korrekt eingestelltes Fahrrad gehört zur wichtigsten Ausstattung für eine gelungene Radreise.
Die Reiseveranstalter stellen in der Regel Fahrräder mit 7-Gang-Schaltung und Rücktrittbremse oder mit 21-Gang-Freilauf zur
Auswahl. Bei der Bestellung von Leihrädern sollte man die eigene Körpergröße angeben können, damit vom Veranstalter eine
entsprechende Rahmenhöhe bereitgestellt werden kann. Eigentlich ist aber nicht die Körpergröße, sondern die Schrittlänge für
die Auswahl der Rahmenhöhe entscheidend.
Da wir es auch schon erlebt haben, dass sich am Ankunftstag eine Gruppe von 16 Radlern wahllos,
ohne Zuordnung, auf die bereitstehenden Räder stürzten, geben wir hier ein paar Tipps auf welche, individuellen Einstellungen
am Fahrrad sie besonders achten sollten, um eine entspannte, beschwerdefreie Radreise erleben zu können.
Stellen Sie sich mit dem Rücken gerade an eine Wand, die Füße etwa 15 Zentimeter auseinander.
Ermitteln Sie nun die Schrittlänge in Zentimetern mit Hilfe eines Maßbandes.
Jetzt rechnen Sie die Rahmengröße aus. Folgende Faustformel gilt:
| Trecking-, Reise, Cross und Cityrad | Rahmengröße (in cm) = Schrittlänge (in cm) x 0,66 |
| Rennrad | Rahmengröße (in cm) = Schrittlänge (in cm)x 0,665 |
| Triathlonrahmen | Rahmengröße (in cm) = Schrittlänge (in cm) x 0,66 - 4 cm |
| Mountainbike | Rahmengröße (in cm) = Schrittlänge (in cm) x 0,574 |
| Körpergröße | Rahmenhöhe Rennrad |
Rahmenhöhe Triathlonrad |
|---|---|---|
| 155 - 165 cm | 48 - 51 cm | 46 - 48 cm |
| 165 - 170 cm | 51 - 53 cm | 48 - 50 cm |
| 170 - 175 cm | 53 - 55 cm | 50 - 52 cm |
| 175 - 180 cm | 55 - 57 cm | 52 - 55 cm |
| 180 - 185 cm | 57 - 60 cm | 55 - 56 cm |
| 185 - 190 cm | 60 - 62 cm | 57 - 60 cm |
| 190 - 195 | 62 - 64 cm | 60 - 62 |
| Körpergröße | Rahmenhöhe |
|
|---|---|---|
| 155 - 165 cm | 47 - 50 cm | |
| 165 - 170 cm | 50 - 52 cm | |
| 170 - 175 cm | 52 - 55 cm | |
| 175 - 180 cm | 55 - 58 cm | |
| 180 - 185 cm | 58 - 61 cm | |
| 185 - 190 cm | 61 - 63 cm | |
| 190 - 195 | 63 - 66 |
| Körpergröße | Rahmenhöhe | |
|---|---|---|
| 155 - 165 cm | 36 - 38 cm | |
| 165 - 170 cm | 38 - 41 cm | |
| 170 - 175 cm | 41 - 43 cm | |
| 175 - 180 cm | 43 - 46 cm | |
| 180 - 185 cm | 46 - 48 cm | |
| 185 - 190 cm | 48 - 53 cm | |
| 190 - 195 | 53 - 56 cm |
Die Lenkerposition ist letztendlich abhängig vom Radtyp, vom bevorzugten Fahrstil und den persönlichen Vorlieben.
Je sportlicher und aerodynamischer die Fahrweise desto niedriger der Lenker (bei Rennrädern etwa 2-3 cm
unter der Satteloberfläche).
Für die meisten Radreise-Teilnehmer wird eine leicht nach vorn gebeugte Haltung (ca. 30°-50°) am ehesten geeignet
sein. Bei dieser Sitzhaltung verteilt sich die Last recht gut auf den Lenker (20%), Sattel (30%) und die Pedalen (50%), und
Oberkörper sowie Armmuskeln werden hierbei stärker am Vortrieb beteiligt, als bei einer aufrechteren Haltung.
Weniger geeignet für längere Ausflüge erscheint uns die fast senkrechte Sitzhaltung, die man auf City-Rädern oder gar Hollandrädern
einnimmt, da die Last hierbei fast ausschließlich auf dem Sattel liegt und somit die Vortriebskraft schlecht auf die Pedalen
eingeleitet werden kann.
Folgende "Daumenregel" kann verwendet werden, um die Grundeinstellung vorzunehmen.
Der Abstand von Sattel zu Lenker wird bestimmt, indem man den Arm so zwischen Sattel und Lenker hält, dass der Ellenbogen
an der Sattelspitze anliegt und der Arm in Richtung Lenker ausgestreckt wird.
Drei Finger (Mittel-, Ring- und Zeigefinger) sollten nun die Distanz zwischen ausgestreckter Hand und Lenker überbrücken können.
Hilfreich sind in der Neigung verstellbare Lenkervorbauten, die eine einfache Anpassung der Lenkerposition erlauben.
Ebenso sind Lenker gut geeignet, die mehrere Griffpositionen erlauben.
Egal, für welche Lenkerhöhe Sie sich entscheiden - die Arme sollten nie ganz durchgestreckt sein, so dass Schläge durch Bodenunebenheiten
nicht direkt auf den Schulterbereich übertragen werden.
Das kann einem die schönste Tour vermiesen: Beim Runterschalten vor einem kernigen Anstieg klickt es zwar am Schalthebel,
aber der Gang wechselt nicht. Statt dessen rasselt die Kette, reitet auf dem nächsten Zahnkranz und rutscht plötzlich
durch. Das Ergebnis: Der (oder die) Fahrer(in) tritt ins Leere und knallt eventuell schmerzhaft auf das Oberrohr.
Besonders unangenehm kann es werden, wenn der vordere Umwerfer die Kette - statt auf das gewünschte Kettenblatt - darüber
hinaus und somit ins Leere befördert. Das kann sogar zum Blockieren des Hinterrades führen und man kann von Glück sagen,
wenn man dabei nicht zu Boden geht. Da ist es meist aus mit dem Spaß, obwohl man das Problem mit ein paar kleinen Schräubchen ganz leicht
hätte lösen können.
Als Erstes wird die Kette vorn auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel gelegt.
Dann wird die Schaltzugspannung mit Hilfe der Einstellschraube am Schalthebel oder Unterrohr B, bzw. der Stellschraube am Schaltwerk A
so verändert, dass das Schaltröllchen genau unter dem kleinsten Ritzel positioniert ist. Der Zug muß dabei leicht unter Spannung stehen.
Als Nächstes folgt die Einstellung des äußeren Anschlags mit der oberen (linken) Einstellschraube 1.
Um den Innenanschlag einstellen zu können, muß die Kette vorn auf dem kleinen Kettenblatt und hinten auf dem größten Ritzel liegen.
Dann kann der Anschlag mit der unteren (rechten) Schraube 2 eingestellt werden.
Für ein optimales Schaltverhalten ist es erforderlich, dass der Umwerfer in der richtigen Höhenposition steht.
Das äußere Kettenleitblech des Umwerferkäfigs soll das große Kettenblatt in einem Abstand von 1 bis 3 mm passieren können.
Falls erforderlich lockern Sie die Befestigungsschelle am Sattelrohr mit einem 5er Inbus und richten den Umwerfer aus.
Nicht nur die Höhe, sondern auch seitlich muss der Umwerfer ausgerichtet sein. Das äußere Kettenleitblech muss mit der Außenkante
exakt parallel zum großen Kettenblatt ausgerichtet sein. Ist eine Korrektur notwendig, erreichen Sie dies wieder durch ein
entsprechendes Verdrehen der Befestigungsschelle am Sattelrohr.
Falls sich die Kette nicht vom mittleren Kettenblatt auf das große schalten lässt, dreht man die Schraube 1 (äußere der beiden Schrauben
am Parallelogramm des Umwerfers) in Viertelumdrehungen gegen den Uhrzeigersinn. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Kette nicht nach
außen fallen kann. In diesem Fall muss die Schraube 1 wieder im Uhrzeigersinn reingedreht werden.