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Bericht zur Radreise Hiddensee - Rügen - Usedom

3-Insel-Radtour / September 2006

Vorwort:

Dieses Jahr ging es zum Radeln mal nicht in die Berge, sondern an die Ostsee. Wie im vergangenen Jahr haben wir wieder eine individuelle Tour mit Gepäcktransport von Hotel zu Hotel gebucht. Die Routenführung ist vom Veranstalter Pedalo bzw. dem Partner Mecklenburger-Radtour sehr gut ausgearbeitet. Es gibt ausgezeichnete Strecken- und Übersichtkarten, Stadtpläne, sowie 2 Reiseführer über Rügen und Usedom. Die Hotels sind gebucht und gehören zur gehobenen Kategorie.

Was erwartet den Radler:

Diese Radrundtour ist ein besonderes Naturerlebnis. Sie lernen die Inseln Hiddensee, Rügen und Usedom hautnah kennen. Sie finden hier eine unglaubliche Ansammlung unterschiedlicher Landschaftsformen: Endlose, feinsandige Sandstrände, steile Klippen, mooriges Reetdickicht, Deiche und Dünen, Kreidefelsen, grüne Alleen, rohrgedeckte Fischhäuser, und natürlich auch viele interessante Kulturgüter, Seebrücken und die verspielte Bäderarchitektur.

Streckencharakteristik:

Die Tour führt durch teils flaches, teils leicht hügeliges Gelände, vorwiegend auf ruhigen Landstraßen, Radwegen, Waldwegen und manchmal auf Plattenwegen. Für Rennradfahrer ist das in manchen Orten vorhandene grobe Kopfsteinpflaster schwer zu befahren oder ganz ungeeignet. Auf kurzen Abschnitten mussten wir unsere Räder sogar schieben, um nicht zu stürzen. Sie sollten daher ein gutes Trekkingrad oder Mountainbike haben, um in den vollen Genuss dieser Route zu kommen. Das Rennrad würden wir sicherlich beim nächsten Mal zu Hause lassen. Unten auf der Seite finden Sie einige empfehlenswerte Karten und Reiseführer.

Reisezeit:

Tägliche Anreise von Anfang April bis Ende Oktober.

Etappenübersicht der Standardtour:

  1. Tag: Anreise nach Stralsund

  2. Tag: Insel Hiddensee ( <20 km)
    Von Stralsund mit dem Schiff nach Hiddensee, am späten Nachmittag mit dem Schiff nach Rügen.
    Übernachtung auf Wittow (z.B. in Breege) oder in Glowe.

  3. Tag: Rügens Norden (ca. 40 km bis 70 km)
    Hier gibt es verschiedene Varianten, sehenswerte Stationen sind der Königsstuhl, Hafen in Sassnitz
    und die Strandpromenade in Binz. Bergen ist das Etappenziel.

  4. Tag: Bergen - Greifswald (ca. 60 km)
    Mit der Glewitzer Fähre verlassen Sie die Insel und fahren in die Hansestadt Greifswald.

  5. Tag: Greifswald - Insel Usedom (ca. 55 km)
    Per Bahn nach Anslam, über den Peenestrom an der Karniner Eisenbahnbrücke auf die Insel Usedom,
    dann über Usedom-Stadt zu den Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin.

  6. Tag: Heringsdorf - Karlshagen (ca. 40 km)
    Im Norden von Bansin erhebt sich sich eine Steilküste, von der man einen herrlichen Ausblick auf
    die Ostsee und die Pommersche Bucht hat. Übernachtung im Raum Karlshagen/Zinnowitz.

  7. Tag: Insel Usedom - Stralsund (ca. 45 bis 80 km)

Der Weg zwischen Greifswald bis Anklam, kurz vor Usedom kann mit dem Zug gefahren werden. Ebenso das Stück von Greifswald nach Stralsund. Bahntickets sind im Preis inbegriffen. Wir haben uns allerdings entschieden, die gesamte Strecke mit dem Rad zu bewältigen.

Karte 3-Insel-Radtour

Auf der Übersichtskarte (Quelle: Reiseprospekt Pedalo) ist die eigentliche Streckenführung zu sehen.
Die gepunkteten Teilstrecken werden standardmäßig mit der Fähre, die gestrichelten mit der Bahn zurückgelegt.

Um die sportlichen Anforderungen an das Rennradfahren anzupassen, haben wir auf den Bahntransport verzichtet und sind von Greifswald über Wolgast nach Heringsdorf
und auch auf dem Rückweg das Stück von Greifswald nach Stralsund mit dem Rad gefahren. Somit haben wir die Strecke zwischen Anklam und Ahlbeck nicht kennengelernt.
Allerdings gibt es auch noch eine interessantere Variante, die in unter diesem Link abgerufen werden kann:
GPSies - 3-Inseln-Radtour individuelle Route

Hiddensee Damm

1. Prolog 12 km
Stralsund - Hiddensee - Rügen

6.30 Uhr klingelt der Wecker.
Wir müssen früh aufstehen, da wir um 8.30 Uhr am Fahrkartenschalter sein wollen.
Es klappt. Um 9.15 Uhr legt unsere Fähre ab Richtung Hiddensee. Bei herrlichem Sonnenschein legen wir 1,5 Stunden später in Neuendorf an und radeln auf einer Buckelpiste Richtung Norden.
Für Rennräder ist die Wegbeschaffenheit hier auf der autofreien Insel nicht geeignet.
Dennoch können wir auf die Räder nicht verzichten, da wir Stralsund erst in 6 Tagen wiedersehen werden.


Dornbusch

Geeignetes Schuhwerk vorausgesetzt, bieten sich auf Hiddensee schöne Wandermöglichkeiten an. Wir sind darauf eingestellt und können unsere Radschuhe gegen Trekkingsandalen tauschen. Bis zur Abfahrt der Fähre ist ausreichend Zeit, die Insel einmal der Länge nach zu erkundschaften.

Lohnendes Ziel im Norden von Hiddensee ist der Leuchtturm Dornbusch, den man in 15 min von der Straße aus zu Fuss erreichen kann.
Von hier hat man einen herrlichen Ausblick auf den Norden der Insel Rügen bis in den Südosten nach Granitz und Westen nach Stralsund.




Hiddensee Vitte

Am Hafenbecken in Vitte gönnen wir uns noch ein Matjes-Brötchen bevor es dann am späten Nachmittag mit der Fähre weiter nach Breege auf Rügen geht.

Empfehlenswertes Hotel in Breege/Rügen:

Kapitäns-Häuser Breege







Kap Arkona

1. Etappe 80km
Breege - Kap Arkona - Königsstuhl - Bergen

Wir erweitern die Standard-Route und fahren heute eine Schleife über Kap Arkona. Der Radweg Richtung Kap Arkona erinnert mit den zweispurigen Plattenwegen an eine Panzerstraße. Trotzdem lohnt sich diese Route, da sie einen überwältigenden Blick auf die Steilküste bietet. In Putgarten stoßen wir direkt im Ort das erste Mal auf Kopfsteinpflaster der groben Sorte und müssen die Räder bis zum Ortsende ein paar Meter schieben. Nach einer kurzen Steigung auf asphaltierter Straße gelangen wir dann zu den beiden Leuchttürmen am Kap.

Leider bleibt bei dem heutigen Tagespensum keine Zeit für eine Besichtigung. Nach ein paar Fotos brechen wir wieder auf.








Viktoriasicht

Wir radeln weiter über die Schaabe nach Glowe und von hier über ein paar Hügel zum Königsstuhl. Hier stellen wir die Räder ab und laufen ein kurzes Stück zur Viktoriasicht. Ein Highlight dieser Etappe: Der Blick auf die Kreidefelsen und das smaragdgrüne Meerwasser. Im Sommer strömen Tausende zu der Aussichtsplattform auf dem Königsstuhl (nächstes Bild). Die Ansicht von der Viktoriasicht aus finde ich persönlich aber imposanter. Zumal der Zugang auf den Königsstuhl nur mit einer Kombikarte von 6 Euro gekoppelt mit einem Besuch des Nationalparkzentrums Königsstuhl ermöglicht wird.





Königsstuhl

So begnügen wir uns damit, den 117 m hohen Kreidefelsen "nur" von der Seite anzuschauen. Interessant ist auch ein Besuch des Strandes, um hier nach Bernstein zu suchen. Wir müssen aber sehen, dass wir weiterkommen, denn es liegt noch ein weiter Weg vor uns.
Nach einem kleinen Imbiss geht's dann auch weiter endlich mal bergab nach Sassnitz. Am Ortseingangsschild empfängt uns dann völlig überraschend bei voller Fahrt das "geliebte" Kopfsteinpflaster. Da hilft nur ein Sprung auf den Gehweg, der glücklicherweise asphaltiert ist.
Über Lietzow geht es dann bergauf, bergab nach Bergen unserem heutigen Ziel




2. Etappe 60 km
Bergen - Greifswald

Heute führt uns die Strecke durch den Süden der Insel zur Glewitzer Fähre (Pendelverkehr zahlbar vor Ort). Auf einer schattigen Allee (alte, wenig befahrene Landstraße mit befahrbarem Kopfsteinpflaster) oder alternativ auf schmalen Uferwegen radelt man nach Greifswald, der Geburtsstadt von C. D. Friedrich.





Stettiner Hof

Zu empfehlen ist das Abendessen, umgeben von "musikalischen" Antiquitäten, im 4 Sterne Hotel Stettiner Hof in Neuenkirchen.

Hier hat uns der Veranstalter auch zur Übernachtung einquartiert.










Neuenkirchen

3. Etappe 75 km
Greifswald - Wolgast - Zinnowitz - Heringsdorf

Heute erwartet uns wieder eine längere Tour mit dem Etappenziel im Seebad Heringsdorf auf Usedom.

Start am frühen Morgen am Hotel Stettiner Hof in Neuenkirchen. Die Sonne scheint, Tau liegt auf den Wiesen und Wassertröpfchen zieren die reichlich vorhandenen Spinnennetze. In Wiek geht es über eine Zugbrücke, dann folgt eine ländliche Gegend mit den kleinen Dörfern Stilow, Gustebin und Konerow wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.



Wolgast

Nach 40 km erreichen wir Wolgast und fahren an der Peene über eine Zugbrücke auf die Insel Usedom.

Ostseestrand

In den Seebädern ist noch Ferienstimmung wie im Hochsommer. Es erwarten uns auf der nun folgenden Strecke die kaiserlichen Seebäder mit einer an Bäderarchitektur nicht zu überbietenden Pracht. Entlang der bewaldeten Steilküste immer in der Nähe kilometerlanger Sandstrände radeln wir von Seebad zu Seebad in den Südosten der Insel.


Heringsdorf Seebrücke

Das Abendessen genießen wir heute auf der Seebrücke in Heringsdorf.



4. Etappe 40 km
Heringsdorf - Ahlbeck-Karlshagen

Der 5. Tag mit wolkenlosem Himmel. Was haben wir ein Glück mit dem Wetter!!!

Wir starten Richtung Süden nach Ahlbeck zur Besichtigung der Ahlbecker Seebrücke, dem Wahrzeichen der Insel Usedom.








Hotel Nordkap

Von Ahlbeck aus geht es zurück Richtung Karlshagen, größtenteils auf dem Radweg parallel zur B111. Radler mit geländetauglichen Rädern können den schöneren Radweg durch den Wald direkt an der Küste entlang nehmen.

In Karlshagen erwartet uns das Flairhotel

Hotel Nordkap








Stralsund

5. Etappe 84 km
Karlshagen - Wolgast - Greifswald - Stralsund

Auf dem Rückweg nach Stralsund sind 25 km Kopfsteinpflaster auf der alten Bundesstraße zu meistern. Die parallel verlaufende B96 darf von Radfahrern nicht befahren werden.

Im Stralsunder Hafen ist die Rundtour nun beendet.

Resumé: 351 unvergessliche km bei dem schönsten Spätsommerwetter, das man sich vorstellen kann.





Fotos©: berge-und-viel-meer.de

       


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